Antifa Herzogtum Lauenburg [AHL]

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„Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“

Rekordlieferungen deutscher Waffen in die Welt

Brandanschlag auf Waffenhersteller in Trittau

Wie aus dem aktuellen Rüstungsexportbericht der Bundesregierung hervorgeht, wurden 2010 „Rüstungsgüter“ aus Deutschland für 2,1 Milliarden Euro in die Welt exportiert. Das sind etwa 60 Prozent mehr als 2009. Laut Amnesty International werden diese Waffen auch zur Unterdrückung von Zivilbevölkerung eingesetzt. Erst vor wenigen Monaten sind in Libyen bei der Erstürmung der

Residenz von Muammar al-Gaddafi neueste Sturmgewehre der Firma Heckler & Koch von den Aufständischen benutzt worden.

Einer der wichtigsten Kunden für deutsche Waffenhersteller ist das autoritäre Regime von Saudi-Arabien, welches bereits in der Vergangenheit friedliche Proteste der Bevölkerung mit Kriegswaffen nieder hielt. Aus dem dortigen Verteidigungsministerium wurde nun auch eine Bestellung von 270 deutschen Kampfpanzern der Firma Krauss-Maffei Wegmann bestätigt. Der Bundessicherheitsrat hat das Geschäft bereits abgesegnet.

 

Am 5. November wurde mit dem Brandanschlag auf Rheinmetall in Trittau (Kreis Stormarn) das Treiben der deutschen Waffenschmieden direkt sabotiert. Rheinmetall schätzt den Schaden auf 500.000 Euro. Dies sind angesichts der viel höheren Summen, die bei den Waffengeschäften erwirtschaftet werden, nur Peanuts - aber immerhin...

Nur kurze Zeit nach dem Anschlag wurde im Internet ein Bekennerschreiben veröffentlicht (siehe unten). Die Polizei gab am 12. Dezember - mehr als einen Monat nach dem Anschlag - die erstaunliche Erkenntnis bekannt, dass es sich um Brandstiftung handelte und handelsüblicher Brandbeschleuniger verwendet wurde. Mehr Hinweise könnten aus "ermittlungstaktischen Erfordernissen" nicht genannt werden. Den genauen Wortlaut des Bekennerschreibens kann am Ende dieses Artikels nachgelesen werden.

Am 8. November dann wurde die Zentrale der Rheinmetall AG in Düsseldorf von ca. 30 kurdischen Frauen und AntifaschistInnen besetzt, um gegen den Krieg der Türkei gegen die Kurden und die Unterstützung dessen durch Rheinmetall zu protestieren. Maschinengewehre von Rheinmetall werden in der Türkei unter Lizenz gebaut. Auch Leopard 2 Panzer (Krauss-Maffei Wegmann), an deren Bewaffnung auch Rheinmetall beteiligt ist, werden in der Türkei eingesetzt.

Rheinmetall mischte schon im Ersten Weltkrieg kräftig mit. Im Zweiten Weltkrieg wurden massenhaft ZwangsarbeiterInnen in den Werken eingesetzt. Es wurde sogar ein extra Außenlager des KZ Bergen-Belsen an ein Werk Rheinmetalls angegliedert. Nach dem erneut verlorenen Krieg der Deutschen musste das Unternehmen ein kleine Pause in Sachen Rüstungsproduktion einlegen - bis 1956 der Aufbau der Bundeswehr für erneuten Aufschwung sorgte.

 

MdB Jan van Aken veröffentlichte vor kurzem den neuen Rüstungsatlas "Made in Hamburg - tödlich weltweit", in dem 93 Rüstungsunternehmen aus und um Hamburg aufgelistet werden. Die entsprechende Karte mit kurzen Infos zu den jeweiligen Firmen kann man hier einsehen. Nicht vergessen sollte man hierbei, dass diese Unternehmen meist auch mehrere Niederlassungen haben, die im Rüstungsatlas nicht genannt werden, so gibt es zum Beispiel auch in Mölln eine Produktionsstätte von Imtech.

 

Im folgenden dokumentieren wir die Anschlagserklärung zu Trittau:

 

"Brandsätze für Rheinmetall - War starts here!

 

"Remember, remember the fifth of November

Gunpowder, treason and plot

I know of no reason why gunpowder treason

Should ever be forgot."

 

In der Nacht des 5. November 2011 traf es nicht das Londoner Parlament sondern eine Niederlassung von Rheinmetall Waffe Munition. Mehrere Brandsätze entfachten Feuer auf dem Gelände der Produktionsstätte in Trittau bei Hamburg.

Rheinmetall ist als einer der größten europäischen Rüstungskonzerne seit mehr als einem Jahrhundert ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Ausbeutung und Mord für hübsche Bilanzen sorgen. Im Kapitalismus keine Besonderheit, weil nicht menschliche Bedürfnisse (oder gar humanistsich 'demokratische' Werte) im Mittelpunkt stehen, sondern ein möglichst hoher Profit, die Konkurrenzfähigkeit des nationalen Standortes und die mit staatlicher Gewalt durchgesetzte Aufrechterhaltung der marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

 

Für Rheinmetall zeigen sich nach den Aufständen Anfang des Jahres nun auch in Algerien neue Geschäftsmöglichkeiten. So ist geplant, gemeinsam mit MAN eine Panzerfabrik zu bauen, um Fuchspanzer und andere Militärfahrzeuge zu montieren. Die einzelnen Komponenten kommen weiterhin aus Deutschland, hergestellt in Orten wie Trittau. Der Krieg beginntt eben hier und kann auch hier sabotiert werden. Dazu sind wir bereit, in Solidarität mit jenen Aufständischen weltweit, die für ein selbstbestimmtes Leben und eine freie Gesellschaft kämpfen.

 

Für den Bruch mit der mörderischen Normalität durch Sabotage und Angriff.

Für den Aufstand.

Autonome Gruppen"

 

Quelle der Erklärung: https://directactionde.ucrony.net/node/1499